Projektgebiet Oberzeiring

Unser Projektgebiet mit 99 Freischürfen nahe der Ortschaft Oberzeiring umfasst eine Fläche von insgesamt 56.2 km² und liegt zwischen ca. 850 und 1250 m Seehöhe. Die Region um Oberzeiring ist infrastrukturell bestens aufgeschlossen, der nächstgelegene Bahnhof liegt nur wenige Kilometer entfernt und sogar die entlegenen Bereiche sind durch Forststraßen gut erreichbar.

Es bestehen gute Kontakte zur örtlichen Gemeinde und zu den Grundeigentümern, die unserer Explorationstätigkeit und einer zukünftigen Wiederaufnahme eines Bergbaues sehr positiv gegenüber stehen.

Geschichte der Zeiringer Silberbergwerke

Der Silberbergbau kann im oberen Pölstal durch frühgeschichtliche Funde bereits vor 1000 v. Chr. nachgewiesen werden.


Noch befahrbare Römerbrücke
zwischen Oberzeiring und Unterzeiring

Oberzeiring, mit dem ehemals größten Silberbergwerk der Ostalpen, wurde 1265 erstmals urkundlich erwähnt und 1279 zum Markt erhoben. Bereits im 13. Jahrhundert war Oberzeiring im Besitz aller Rechte einer Bergstadt und bis 1663 auch der Sitz des Berggerichtes. Besonders bedeutsam war das 1284 verliehene Münzrecht zum Prägen des silbernen „Zeyringer Pfennigs“.
Die "Bergbaue bei Zeiring" waren bis ins späte Mittelalter wegen ihres großen Silberreichtums sehr berühmt. König Rudolf von Habsburg eroberte deshalb die Steiermark, um in den Besitz dieser reichen Lagerstätten zu gelangen.

Trotz der wegen des Karstwassers damals schwierigen Abbauverhältnisse waren im Blahbachtal bei Oberzeiring zehn Silberschmelzen in Betrieb. Es wurden silberreiche Mischerze und hochsilberhältige Bleierze abgebaut, wobei die Analysen der silberhältigen Erze lokal hohe Goldgehalte zeigen. Mit einem Teil der hohen Abbaugewinne wurden in Wien zahlreiche Bauten errichtet und Zeiring erhielt den Ehrennamen „Mutter von Wien“.

Neben den unterschiedlichen geschichtlichen Betrachtungen gilt jedoch als wahrscheinlich, dass im Jahre 1361 das Silberbergwerk wegen eines plötzlichen Wassereinbruches in ca. 60 m Tiefe „abgesoffen“ ist und der Erzabbau vorzeitig eingestellt wurde, wobei 1400 Bergleute der Chronik nach ertrunken sind. Von diesem tragischen Grubenunglück zeugen neben diversen anderen Urkunden ein mittelalterliches Wandbild in der Kaiserstube des maximilianischen Schlosses Hahnfelden in Unterzeiring und die Inschrift einer Karte von Noricum, die sich in der Landesbibliothek Graz befindet.

In jedem Jahrhundert danach erfolgten intensive, aber mangels geeigneter Technologie vergebliche Pumpversuche, das Wasser aus dem Berg zu bringen, um wieder an das reiche Silbererz zu gelangen.


Alte Bergbauskizze (zum Vergrößern anklicken)

Kaiser Maximilian I. ließ das bereits erwähnte Schloss Hahnfelden erbauen, in dem er sogar um 1475 drei Monate lang gewohnt haben soll, um die Reaktivierung der Silberminen selbst beaufsichtigen zu können. Später bemühten sich das Stift Admont und immer wieder private Unternehmer, dann fünf Jahre lang eine staatliche Bergbaukommission unter Kaiserin Maria Theresia um die Reaktivierung, jedoch ohne Elektrizität und ohne Maschinen konnte eine Wiederinbetriebnahme nicht erreicht werden.

Bergbau in relativ kleinem Maßstab erfolgte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Um 1816 ist erstmals wieder der Abbau größerer Mengen von silberhaltigem Bleiglanz erwähnt. Im Jahr 1840 wurde der Silber-Blei Abbau durch die Produktion von
Eisenerz abgelöst; dieser Bergbau kam aber 1886 zum Erliegen. Nach einer erneuten Ruhezeit wurde von 1959 weg noch einige Jahre Baryt (Schwerspat) abgebaut.

Sind noch reiche Silbererze vorhanden?

Diese Frage wurde von einem staatlichen Bergbaukonsortium im Auftrag der Kaiserin Maria Theresia bejahend beantwortet. Nach fünf Jahren Untersuchungsarbeiten wurde der Bau eines Unterfahrungsstollens von dem 4 km entfernten, aber 200 m tiefer gelegenen Murtal in Richtung der Unter- und Oberzeiringer Silbergruben beschlossen. Dieses Vorhaben, nämlich einen kilometerlangen Entwässerungsstollen nur mittels Handarbeit auf Staatskosten zu errichten, zeigt die große Bedeutung dieser Silberlagerstätte. Wegen des Ausbruches des 7-jährigen Erbfolgekrieges wurden alle wehrfähigen Männer vom Stollenbau abgezogen und die Arbeiten eingestellt. Die in der Folge vorhandenen Kriegsschulden und der Geldmangel des Staates verhinderten die Fortsetzung des Projektes.

Die aufwändigen Entwässerungsversuche in jedem Jahrhundert und zu einer Zeit, als noch umfangreiche Informationen über die Abbaue vorhanden waren, sind ein klarer Hinweis für den noch vorhandenen Silberreichtum.


Altes Grubengemälde um 1750 (zum Vergrößern anklicken)

Auch der bekannte Montanhistoriker Prof. Dr. mont. Ing. Franz Kirnbauer schreibt in seiner im Jahre 1971 erschienenen Fachpublikation: "Es steht außer Zweifel, dass zum Zeitpunkt dieses Grubenunglücks die Bergleute vor guten Anbrüchen in der Grube standen, sonst wären die Schmelzhütten nicht in Betrieb gewesen."

Die in den Bergbaubibliotheken befindlichen Fachpublikationen und unveröffentlichte Expertisen berichten über den lokal erstaunlich hohen Silbergehalt der Zeiringer Erzlagerstätten. Das im Erzbezirk Unterzeiring-Oberzeiring-Möderbrugg befindliche alte und bereits verfallene Stollensystem soll eine Länge von mehr als 25 km aufweisen.

Das Silbervorkommen im Bereich Oberzeiring ist eine hydrothermale Verdrängungslagerstätte und seit dem Wassereinbruch im Mittelalter eine "konservierte" Erzlagerstätte, die bei entsprechenden Kapitaleinsatz mittels moderner Technik wieder zum Abbau reaktiviert werden kann. Elektrische Energie und der Einsatz von Maschinen, Wasserpumpen, Belüftungsanlagen und eine ökologische Aufbereitung ohne Chemikalien sowie Biomining sind heute im modernen Abbaubetrieb selbstverständlich.

Das Oberzeiringer Silber enthält sehr viel Gold

Wie sehr oft in den Ostalpen, so handelt es sich auch bei dem Silber aus dem Erzbezirk Oberzeiring teilweise um natürliche Gold-Silber-Legierungen. Die Erzanalysen aus dem Ostfeld zeigen je nach Erzart, Entstehungstemperatur und Tiefenlage ein Gold-Silber Verhältnis von 1:10 bis 1:200. Mit anderen Worten: das Oberzeiringer Silber kann bis zu 10% Gold enthalten. Allerdings sind auch Erzproben ohne Goldgehalt bekannt, da es verschiedenste Erztyparagenesen gibt.

Der ehem. Bergwerksbetreiber Oberbaurat Dipl. Ing. R. Hirn übermittelte eine Analyse aus dem Ostfeld mit '''Au 114 g/t''' und zwei weitere Analysen mit rund 80 und '60 g/t Gold. Die in der alten Erbstollenhalde gefundenen Silbererze zeigen bedingt durch ihren sehr hohen Goldgehalt unter dem Erzmikroskop eine gelbstichige Farbe. Ludwig Apfelbeck (1920) zitiert aus einem alten Bericht aus dem Mittelalter über den Abbau von goldhaltigen Kupfererz: " ... es wurden bedeutende Mengen Gold an das Einlöseamt in Graz abgeführt."
Eine im Jahr 2012 durchgeführte Analyse eines silbernen "Zeiringer Pfennigs" mittels Röntgenfluoreszenz-Messgerät ergab einen Goldgehalt von mehr als 15.000 ppm.

Alten Berichten zufolge soll der Zeiringer Bleiglanz bis zu 4.000 g/t Silber enthalten. Als letzte (unterste) Mineralisationszufuhr wurden reiche Silber-Antimon-Erze mit gediegenem Silber in die Lagerstätte eingebracht. Entsprechend den Forschungen des Montanhistorikers Univ. Doz. Dr. Ing. Franz Kirnbauer soll in Oberzeiring auch ein Roherz mit lokal 10 % Silber - dies entspricht 100 kg Silber per Tonne - abgebaut worden sein.

Viele historische Silbergruben auch im Süden von Oberzeiring

Im Gebiet nahe Unterzeiring/Katzling befinden sich entlang einer Strecke von 4,5 km mehr als ein Dutzend alter Silbergruben.

Mangels geeigneter Technologie konnten in historischer Zeit die Vererzungen oft nur im oberflächennahen Bereich abgebaut werden, weil das Wasser oft zum unüberwindbaren Hindernis wurde. Sämtliche tiefer gelegenen Au/Ag Erzkörper und alle Ag-Zn-Cu-Vorkommen sind wahrscheinlich noch vorhanden, da in der Antike und im Mittelalter ohnedies keine Zinkerze abgebaut wurden. In den Matthiasbauen südlich von Oberzeiring sollen Eisenerze mit 1.200 Gramm Silber pro Tonne und hohen Goldgehalten gefunden, sowie goldhältige Kupfererze abgebaut worden sein. Trotz der großen Ausdehnung des Erzrevieres bei Unterzeiring/Katzling sind keine historischen Erzanalysen und bergbaulichen Dokumente bekannt, sondern nur die von P. Walser (1974) veröffentlichten Befunde über starke bis sehr starke Silberanomalien in den meisten Halden. Den derzeitigen Untersuchungen zufolge gilt vorläufig als Mineralabfolge :

1. die Zufuhr von sulfidischen, goldführenden Eisenerzlösungen
2. die Zufuhr von silberhältigen Buntmetall-Erzlösungen
3. die Zufuhr von reichen Silbererzlösungen

Neu entdeckte Vorkommen

Im Zuge der Alpenauffaltung wurde offensichtlich bei Unterzeiring/Katzling das Pölstal nord-westwärts verschoben. Die dadurch entstandene, tiefreichende Störung begünstigte das mehrmalige Aufsteigen von Erzlösungen und bewirkte eine hohe Lagerstättendichte.
Das Teilgebiet bei Pichl ist eines von neun Projekten bei Unterzeiring/Katzling. Hierbei handelt es sich um außerhalb der alten Stollensysteme aufgefundene Anomalien mit zum Teil stark erhöhten Silber- und Buntmetallwerten in den Boden- und Gesteinsproben. Die lokal hohen Ag- Sb- Werte erinnern an die nahe gelegenen Oberzeiringer Tiefbaue mit Pyrargyrit (vergesellschaftet mit gediegenem Silber).

Im Projekt "Wespe" bei Pichl weisen die Bodenproben zum Teil sehr hohe Silbergehalte auf. Eine Bodenprobe enthielt rund 4 % Zn mit 1.456 ppm Ag und eine andere 2.4 % Pb mit 2.424 ppm Ag - dies sind für Bodenproben sehr hohe Werte.
Die Vererzung, welche die sehr hohen Silbergehalte in den Bodenproben verursacht, könnte bereits in geringer Tiefe angetroffen werden und dürfte sich absetzig in große Tiefe hinab erstrecken. Die Paragenese Ag-As-Sb ist ein Hinweis auf eine mögliche, lokale Goldführung im tieferen Untergrund.

In der Saison 2013 haben wir im Zuge eines geochemischen Beprobungsprogrammes eine sehr erfreuliche Entdeckung gemacht. Von 27 entnommenen Gesteinsmischproben enthielten 4 signifikante Goldgehalte von bis zu 4,2 g/t Au und auch 8 davon interessante Silbergehalte. Die Proben wurden sorgfältig in einer Erstreckung von ca. 4 km entlang der Pölstalstörung südlich der Ortschaft Oberzeiring entnommen, wobei die Gesteinsmischproben mit den hohen Goldgehalten aus alten Stollen bzw. Bergbauhalden von zwei unterschiedlichen Zonen stammen, die räumlich ca. 3 km voneinander getrennt sind. Somit wurde nun die oft bezweifelte Vermutung, dass im Raum Oberzeiring/Unterzeiring Gold in diversen Vererzungszonen enthalten sein könnte, nachgewiesen bzw. dokumentiert und es liegt nahe, dass wir auch im weiteren Verlauf entlang der großen Pölstalstörung noch verborgene bzw. unbekannte Zonen mit Goldvererzung auffinden werden können.
Im Zuge von geophysikalischen Messungen wurden auch einige starke Anomalien im Gebiet der alten Silbergruben u. a. bei Mauterndorf, Pichl, im Klumgraben und im Dorfgraben entdeckt, die noch näher untersucht werden müssen.

Explorationsplanung

Da wir in den nächsten Jahren auf die ermutigenden Ergebnisse der vorangegangenen Saisonen aufbauen wollen, planen wir ein umfangreiches und weiterführendes Explorationsprogramm in vielen interessanten Abschnitten unseres Projektgebietes:

  • systematische Entnahme von Gesteinsproben zur Analyse im Labor
  • geophysikalische Messungen samt strukturgeologischer Auswertung
  • Definition von Bohrpunkten mit anschließenden, ersten Kernbohrungen
  • erste Einschätzung von der Größe und Ausdehnung der Vererzungen

Nachdem Bohrungen im gebrächigen, verwitterten Kalkgestein besonders arbeitsaufwendig sind, ist ein mehrstufiges Bohrprogramm vorgesehen. Die Ergebnisse von zahlreichen Kurzbohrungen im oberflächennahen Gestein, dienen samt den geophysikalischen Messergebnissen und den Ergebnissen der geochemischen Beprobung an der Oberfläche, als Unterlagen für die Planung von längeren Bohrungen in den tieferen Untergrund.
Weiters planen wir mittelfristig die Fertigstellung der bereits vor Jahren begonnenen Restaurierung des ca. 600 m langen "Johannes Erbstollen", um wieder an den im Jahr 1361 "abgesoffenen" Teil des Grubengebäudes heranzukommen und eingehende Untersuchungen durchführen zu können. Es soll das Wasser abgepumpt und eine systematische Beprobung der ehemaligen tieferen Abbaubereiche durchgeführt werden.
Jeder dieser geplanten Schritte bedeutet ein kontinuierliches Näherkommen an die Definition der ersten, kommerziell-abbaubaren Projekte und eine damit einhergehende, massive Wertsteigerung der Unternehmensanteile.

Weiterführende Texte: Fachpublikationen Oberzeiring

 

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